Hauskreise um die KSG – ein Erfahrungsbericht

Der erste KSG-Abend im Semester ist traditionell der „Neuenabend“. Auch im Jahr 2011, als ich das erste Mal in die Räume am Floßplatz kam, war das so. Es gab eine Andacht, Abendessen, viele neue Gesichter – und natürlich die Vorstellung der Gruppen und Kreise, die in und um die KSG aktiv und engagiert waren. Ich kann mich gar nicht mehr an alles erinnern, so vielfältig war das Angebot. Man hätte sich jeden Tag der Woche in der KSG aufhalten können. Fast unscheinbar wirkte da die Vorstellung eines Hauskreises, der neue Mitglieder suchte.

In der KSG bin ich über die Jahre hängen geblieben, und auch in diesem Hauskreis, bis ich im Jahr 2017 Leipzig verlassen habe. Der Hauskreis hat, genau wie die KSG mit Musik, Gemeindeleitung, Gottesdiensten, Ausflügen, Freundschaften und vielem mehr meine Zeit und meinen Glauben in Leipzig geprägt.

Hauskreis – wie geht das eigentlich? Eine Gruppe von Menschen trifft sich regelmäßig zum Austausch über Leben und Glauben, oft in den Wohnzimmern und Küchen der Mitglieder. Auch bei uns war das so. Wir trafen uns einmal die Woche bei jemandem zuhause, haben gemeinsam gegessen und uns über die letzte Woche ausgetauscht. Unser Ritual war das gemeinsame Singen und anschließende Gespräch über ein Thema, eine Bibelstelle, manchmal auch einfach nur ein Spieleabend. Am Ende konnte jeder und jede die verschiedensten Anliegen und Gedanken ins Gebet bringen. Uns war die Regelmäßigkeit wichtig. So wurden wir, trotz Abschieden und immer wieder auch neuen Hauskreismitgliedern, zu einer vertrauensvollen Gemeinschaft. Dazu gehörte auch die Aufteilung von Gastgeber (denn der musste kochen) und dem, der das Thema vorbereitete.

Obwohl wir uns nicht in der KSG trafen, waren wir alle der KSG verbunden und mehr oder weniger dort aktiv. Wir hatten uns oft schon dort kennengelernt. Viele, die für kürzere oder längere Zeit zum Hauskreis dazukamen, kamen über die KSG. In der Gemeinde gab es hin und wieder auch Themenabende oder Impulse: Zum Beispiel, um neue Methoden der Gesprächsführung und des Austauschs zu biblischen Texten kennenzulernen – nicht zuletzt über die zwischenzeitlich eingeführte „Hauskreisseele“ und die Studierendenseelsorgerin Schwester Claudia. Natürlich gab es noch weitere Hauskreise, deren Mitglieder man so kennenlernen konnte. Und immer wieder haben sich aus der KSG heraus Menschen gefunden, die einen neuen Hauskreis gegründet haben.

Für mich war der Hauskreis ein fester Bestandteil meines Lebens in Leipzig. Ich habe tolle Menschen kennengelernt, immer wieder neue Stadtteile und Wohnzimmer entdeckt und Gedanken, Gastfreundschaft und Miteinander teilen dürfen. Dort war Platz für den Austausch über den Alltag, den Glauben, Zweifel und Freude. Und wenn es im Sommer einfach zu warm war für die eigenen vier Wände, dann ging es auch mal in den Biergarten im Grünen. Auf all das blicke ich dankbar zurück.

Jan Dehmelt

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